Der Verein

Der St. Johann Nepomuk-Verein Plattling wurde im April 1864 von Plattlinger Bürgern gegründet. Fischer, Müller, Flößer und Wasserarbeiter verehrten schon damals den Heiligen Johannes von Nepomuk. Immer wieder belasteten schwere Unwetter, Hochwässer und Naturkatastrophen das Leben der Bewohner an der Isar schwer. Viele Menschen verloren in den Fluten der Isar ihr Leben.

Wie im altbayerischen Raum oft gesehen, so entstand auch in Plattling eine religiöse Gemeinschaft. Auf die Fürsprache des Brückenheiligen mögen die Bewohner der Stadt vor allem Unheil bewahrt bleiben.

Als Zeichen des Dankes und in der Hoffnung von derlei Schäden zukünftig verschont zu bleiben, versprachen die Vereinsmitglieder, in regelmäßigen Abständen eine Wasserprozession auf der Isar abzuhalten. Diese Tradition wird bis in die heutige Zeit aufrechterhalten. Mehrere Tausend Besucher wohnen der eindrucksvollen Wasserprozession zu Ehren des Heiligen Johannes von Nepomuk bei. Diese findet im dreijährigen Turnus statt. Darüber hinaus feiern die Nepomuk´ler alljährlich einen Jahrtag.

 

 

Hier finden Sie Aussschnitte aus dem Vereinsleben und Neuigkeiten des St. Johann Nepomuk-Vereins:

 

Danke für ein schönes Heimatfest

Plattling. Durchwegs zufriedene Gesichter waren am Samstagabend im Bruckstadl am Nepomukgarten zu sehen. Die Vorstandschaft des St.-Johann-Nepomuk-Vereins bedankte sich bei seinen 72 aktiven Helfern, welche die beiden Festtage Anfang August zu einem Erfolg werden ließen, mit einem Essen. Dieses wie auch die Verpflegung beim Heimatfest hatte die Familie Kasper zubereitet. Vorsitzender Günther Rösch dankte den Helfern, die beim Auf- und Abbau, im Festbüro, beim Wein- und Kuchenverkauf, im Käsestand und am Ausschank beteiligt waren sowie den Teilnehmern der Wasserprozession. Auch seitens des Schirmherrn, Bürgermeister Erich Schmid, gab es neben der Schirmherrngabe nur Lob für das Heimatfest – drei Jahre nach dem 150 Jahr-Fest des Nepomuk-Vereins. -sax

(Plattlinger Zeitung, vom 23. Oktober 2017)

Foto: Fabian Saxinger

„Die älteste, noch lebendige Tradition“ 

Heimatfest des Nepomukvereins: Fast 5000 Menschen verfolgen die Wasserprozession mit rund 800 Lichtern

Von Josefine Eichwald

Plattling. Es ist Samstag kurz vor acht Uhr abends, als Fritz Fehler die Statue des heiligen Nepomuk vor der Kapelle an der Isarbrücke noch ein bisschen abstaubt: Im Bruckstadl-Garten geht es, musikalisch von der Jugendblaskapelle unter der Leitung von Erwin Prem begleitet, hoch her. Für Kaffee und Kuchen, Limo und Brotzeit sorgen Mitglieder des St.-Johann-Nepomukvereins und die Familie Kasper aus Stephansposching [...]. Rund 1400 Besucher haben beim Bruckstadl im Freien Platz gefunden. Zwischen 4000 und 5000 sind es, die bei Einbruch der Dämmerung die Wasserprozession verfolgen: Die „Reißende“ (Isara), wie die Isar auch genannt wird, gibt sich mit etwa 800 Lichtern, die auf Holzbrettchen montiert sind, als malerisch-ruhige Kulisse - auch für das mit Lichtern bestückte Holzkreuz, das Schwimmer auf Position halten. Mal einzeln, mal in Formationen spiegeln sich die Lichter im Wasser. Knapp zwei Dutzend Sportler vom Plattlinger Tauchclub und Wasserwachtler aus Plattling und Osterhofen schwimmen in Neoprenanzügen in der Isar mit Fackeln in den Händen oder sitzen in den Sicherheitsbegleitbooten.

„Überwältigende Teilnahme“

„Danke für die überwältigende Teilnahme an der ältesten, noch lebendigen Tradition, die wir in unserer Stadt haben: Mit der Wasserprozession erinnern wir an die schicksalhafte Verbindung der Stadt mit ihrem Fluss, der Isar“, beschließt Schirmherr und Bürgermeister Erich Schmid gegen 22.15 Uhr den Abend am Fluss. Ein Einsatzwagen der Polizei geleitet eingangs den Festzug mit Fahnenträger Christian Strauch, gefolgt von den Statuenträgern [Fritz] Fehler, Johannes Stumpf, Stephan Rösch und Josef Pangerl. Im Gefolge die Festgäste und Honoratioren, wie Vize-Landrat Roman Fischer, Staatssekretär MdL Bernd Sibler, Ulrich Graf von und zu Arco–Zinneberg. Nicht zu vergessen: Günther Rösch, Vorsitzender des fast 300 Mitglieder starken Nepomukvereins, dem die Zaungäste dieses fantastische Festerlebnis zu verdanken haben.

[...]

Gäste aus dem tschechischen Nepomuk

Mit der Vorsitzenden Helga Lauterbach, die seit 25 Jahren beim Plattlinger Nepomukverein ist, ist eine 13-köpfige Gruppe des Flößer–Kulturvereins München-Thalkirchen angereist. Eine weitere Delegation kommt mit Pavel Jiran an der Spitze aus der tschechischen 3500-Einwohner-Stadt Nepomuk.  [...]

Isabella Blaha, Bürgermeisterin der Partnergemeinde Scharnitz, hat die lautstärkste Truppe dabei: die Schützenkompanie Scharnitz, 34 „Mann“ hoch mit Bataillonskommandant Major Stephan Zangerl und Hauptmann Roland Holzmann. [...] „Das war keine Salve, sondern eher ein Schnellfeuer“, so empfindet Franz Nothaft den Salutschuss der Scharnitzer, bevor die Nepomuk–Statue auf die Plätte verbracht wird. Nothaft ist an dem Abend dafür zuständig, dass der Ton laut genug ist. Dritter Bürgermeister Franz Geisberger übernimmt die Moderation, als die Vorsitzenden Rösch und zweiter Bürgermeister Hans Schmalhofer mit den Ehrengästen Dekan Josef K. Geismar und Pfarrherrn Franz Pfeffer auf der Plätte „Isar 2“ Platz nehmen.

Bayernhymne trifft Orff-Komposition

Nach Worten von Geismar bezüglich des Schicksals des Heiligen, der sich von Macht und Gewalt seitens Wenzels IV. nicht habe verbiegen lassen und 1393 in die Moldau geworfen wurde, einer mit Stefan Trenner gestalteten Andacht, einem „Lobet den Herren“ und der Bayernhymne zeigt sich gefühlte 10 Minuten die „Isar in Flammen“. Die Orffsche Komposition [...] „Fortuna Imperativ Mundi“ - in der deutschen Übersetzung „Glück, die Kaiserin der Welt“ - begleitet das farbenfrohe Feuerwerk, gleichzeitig Schlusspunkt des Künstlersommers.

Die Nepomuk–Statue habe im Freien am Bruckstadl „übernachtet“, heißt es tags drauf, als sich am Sonntag nach der Messe in der Stadtpfarrkirche St. Magdalena wieder ein Festzug in Bewegung setzt: An die 350 Teilnehmer ziehen mit Fahnenabordnungen Richtung Bruckstadl. Die Heilige Messe zelebriert Abt Martin Felhofer vom Stift Schlägl mit Stadtpfarrer Geismar. Felhofer charakterisiert den heiligen Nepomuk nicht nur als gesellschaftlichen Brückenbauer in Böhmen, Bayern und Österreich, sondern auch als „Brückenbauer zu Werten, die unser Leben als christliches prägen sollen“ - und nennt hierfür Stichworte wie Kontemplation, Kommunion beziehungsweise Gemeinschaft und Caritas, das Füreinander.

(Plattlinger Zeitung, vom 7. August 2017)

Fotos: Fabian Saxinger

Der Heilige Nepomuk ist am Isar-Ursprung angekommen

Feierliche Segnung der Tafel aus der Partnerstadt Plattling - Auch 25 Ministranten nach Scharnitz gereist

Von Fabian Saxinger

Plattling/Scharnitz. An fast jeder Brücke in Bayern und Österreich steht eine Figur des Heiligen für Brücken und Flößer, doch an einer Stelle war der Heilige noch nicht zu finden - an einer ganz besonderen Stelle für Plattling. Der Ursprung der Isar in der Nähe der österreichischen Partnergemeinde Scharnitz war noch nicht von Johann Nepomuk beschützt. Das hat sich 2017 geändert: Eine Delegation des St.-Johann-Nepomuk-Vereins sowie 25 Plattlinger Ministranten waren nach Scharnitz gereist, um dort eine auf Blech aufgezogene Figur des Brückenheiligen aufzustellen und segnen zu lassen.

Am Isar-Ursprung erwartete Josef Draxl mit Familie die Plattlinger. Draxl führt jeden Tag Besucher zu den „Flüssen“ . Er war es, der zusammen mit seinem Sohn Simon den Schrein aus Holz gestal-tete, in den das Abbild des Heiligen eingesetzt wurde. Auch eine Holzbank hatte er angefertigt, in ihrer Lehne sind die Wappen der Partnergemeinden Plattling und Scharnitz zu sehen.

In traumhaft malerischer Umgebung, die dort herrscht, teilte Josef Draxl allen Anwesenden mit, dass es für ihn eine „eine ganz große Freude“ sei, dass die Plattlinger da seien. Damit Nepomuk als Wasserheiliger auch den Beginn der noch kleinen Isar beschütze, habe er mit seinem Sohn Simon am Ursprung gewerkelt, erzählte er. Für ihn seien tolle Begegnungen durch die Partnerschaft und die Zusammenarbeit mit den Schulen und Vereinen entstanden, die nach Scharnitz gekommen sind. Alle hätten sich sofort wohlgefühlt. Es sei ein Auftrag, das größte Erbe, das beschützt werden müsse. „Freundschaften gehören gepflegt“, sagte Draxl. So sei es an der Zeit gewesen, eine Nepomuk-Figur auch für diesen Platz zu fertigen. „Sie passt ganz gut hier her.“ Ein besonderes Geschenk hatte Draxl noch für Stadtpfarrer Geismar dabei - einen Wanderstock aus Zirbenholz.

Mit dem Wanderstock übernahm der Geistliche die Segnung der Figur, während im Hintergrund das Rauschen der Isar zu hören war. Es habe zwei Gründe, warum der heilige Nepomuk an dieser Stelle in Scharnitz seinen Platz habe: Zum einen, wegen der Flößer, die im Karwendelgebirge ihre Fahrten beginnen. Zum anderen verbinde die Isar Scharnitz mit Plattling, nimmt sie doch ihren Anfang bei Scharnitz und mündet kurz nach Plattling in die Donau. Geismar segnete die Stätte und auch die Anwesenden, bevor das Lied über den heiligen Johann Nepomuk von den Mitgliedern und Ministranten gesungen wurde, die die Andacht mit gestalteten.

Im Anschluss wurde noch viele Stunden in dieser einzigartigen Umgebung gefeiert, alle zeigten sich glücklich, dass die Partnerschaft lebendig gehalten und stets gepflegt wird.

(Plattlinger Zeitung, vom 2. September 2016)

Fotos: Fabian Saxinger

Bildergalerie Wasserprozession

Chronik

zum 150-jährigen Jubiläum

Die Chronik ist eine hochinteressante Dokumentation zur Geschichte des Vereins. Der Verein dankt allen Helfern und Sponsoren, die diese Chronik ermöglicht haben.

Ein Exemplar erhalten Sie direkt beim St.-Johann-Nepomuk-Verein (€ 10,00 p.St.)

 

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